Paar arbeitet an Van-Isolierung.

Camper dämmen mit Armaflex und Alubutyl: So haben wir unseren Fiat Ducato isoliert

Nach dem Entkernen, der Rostbehandlung und dem Bodenaufbau ging es bei unserem Fiat Ducato an einen der größten Schritte im Camper-Ausbau: dämmen und isolieren.

Ganz ehrlich: Am Anfang klingt das Thema irgendwie einfacher, als es am Ende ist. Man kauft Armaflex, klebt es an die Wände und fertig — dachten wir zumindest kurz.

In Wirklichkeit merkt man aber ziemlich schnell, dass es verschiedene Materialien, verschiedene Meinungen und gefühlt zu jedem Arbeitsschritt eine andere Empfehlung gibt. Die einen sagen: Armaflex reicht vollkommen. Die anderen sagen: Ohne Alubutyl dröhnt der ganze Camper.

Und dann steht man da mit einem leeren Transporter und fragt sich: Was machen wir denn jetzt?

Wir haben uns bei unserem Fiat Ducato dafür entschieden, Alubutyl und Armaflex zu kombinieren. In diesem Beitrag zeigen wir dir, warum wir beides verwendet haben, welche Bereiche wir gedämmt haben und worauf wir beim Verkleben geachtet haben.

Camper dämmen im Video

Wenn du sehen möchtest, wie wir Alubutyl und Armaflex in unserem Fiat Ducato verarbeitet haben, findest du das Ganze auch auf YouTube.

Leerer Transporter mit isoliertem Boden

Kurzfassung: Camper dämmen mit Armaflex und Alubutyl

Für die Dämmung unseres Fiat Ducato haben wir Alubutyl* und Armaflex* verwendet, weil beide Materialien bei uns unterschiedliche Aufgaben übernehmen sollten.

Das Alubutyl haben wir auf ausgewählte große Blechflächen geklebt, damit der Transporter weniger dröhnt und sich nicht mehr so hohl und blechern anhört. Armaflex kam anschließend als eigentliche Dämmung dazu, damit Kälte, Hitze und Kondenswasser im Camper besser reduziert werden.

Den Boden haben wir vorher beziehungsweise parallel vorbereitet, weil auch dort Dämmung und Unterkonstruktion gut zusammen geplant werden mussten. Wie wir die Latten eingeklebt und den Boden mit Armaflex gedämmt haben, zeigen wir dir hier ausführlich: 👉 Camper Bodenaufbau: Unterkonstruktion & Dämmung mit Armaflex

Camper dämmen mit Armaflex und Alubutyl im Fiat Ducato

Warum wir unseren Camper überhaupt dämmen

Ein leerer Transporter ist im Grunde erst einmal eine große Blechdose, die sich im Sommer stark aufheizen kann und im Herbst oder Winter Kälte über Boden, Wände und Decke hineinlässt.

Dazu kommt, dass im Camper später durch Schlafen, Kochen und längeres Aufhalten im Innenraum Feuchtigkeit entsteht. Genau deshalb war für uns schnell klar: Wir möchten unseren Camper dämmen.

Nicht, weil wir danach bei minus zehn Grad im T-Shirt im Van sitzen wollen, sondern weil wir eine bessere Grundlage für unseren Ausbau schaffen wollten. Der Fiat Ducato soll sich später nicht mehr wie ein leerer Lieferwagen anfühlen, sondern Schritt für Schritt zu einem gemütlicheren Familiencamper werden.

Uns ging es beim Dämmen vor allem um:

  • weniger Kälte von außen
  • weniger Hitze im Innenraum
  • weniger Kondenswasser an großen Blechflächen
  • weniger Dröhnen während der Fahrt oder bei Regen
  • ein angenehmeres Raumgefühl
  • eine bessere Basis für den späteren Innenausbau

Gerade als Familiencamper für drei Personen möchten wir später nicht das Gefühl haben, in einem kalten, lauten Blechkasten zu sitzen.Gerade als Familiencamper für drei Personen möchten wir später nicht das Gefühl haben, in einem kalten, lauten Blechkasten zu sitzen.

Camper Dämmung mit Armaflex und Alubutyl im Überblick

Dämmen oder isolieren: Was ist eigentlich der Unterschied?

Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, stolpert man online ständig über beide Begriffe: Camper dämmen und Camper isolieren. Viele verwenden die Wörter einfach gleich — und ganz ehrlich: Wir machen das manchmal auch.

Ganz grob kann man es aber so verstehen: Beim Dämmen geht es oft darum, Geräusche, Schwingungen, Wärme oder Kälte zu reduzieren. Isolieren wird dagegen häufig verwendet, wenn es eher um den Schutz vor Kälte, Hitze oder Feuchtigkeit geht.

Beim Camper-Ausbau vermischt sich das aber ziemlich schnell. Deshalb findest du online auch Begriffe wie Camper mit Armaflex dämmen, Camper mit Armaflex isolieren, Fiat Ducato dämmen oder Van isolieren.

Für unseren Ausbau war am Ende weniger wichtig, welcher Begriff jetzt ganz exakt richtig ist. Viel wichtiger war für uns, welches Material welche Aufgabe übernimmt.

Alubutyl* hilft bei uns vor allem gegen Dröhnen und Vibrationen, während Armaflex* die eigentliche Wärme- und Kältedämmung übernimmt.

Genau deshalb haben wir beides kombiniert.

Alubutyl und Armaflex für Camper Dämmung

Warum wir Alubutyl und Armaflex kombiniert haben

Am Anfang haben wir auch überlegt, ob Armaflex alleine für unseren Camper reicht. Gerade bei Armaflex liest man oft, dass man nicht unbedingt zusätzlich Alubutyl braucht.

Trotzdem haben wir uns am Ende bewusst dafür entschieden, beide Materialien zu verwenden. Unser Fiat Ducato war vorher ein Lieferwagen und die großen Blechflächen klangen an vielen Stellen einfach sehr hohl und blechern.

Wenn man gegen manche Bereiche geklopft hat, hörte man sofort dieses typische Dröhnen. Genau da wollten wir ansetzen.

Für uns war die Aufteilung deshalb ziemlich klar: Alubutyl gegen das Dröhnen, Armaflex gegen Kälte, Hitze und Kondenswasser.

Wir haben also nicht doppelt geklebt nach dem Motto „viel hilft viel“, sondern weil beide Materialien bei unserem Ausbau eine unterschiedliche Aufgabe übernehmen sollten. Das war für uns der entscheidende Punkt.

Erst Fenster, dann Alubutyl und Armaflex

Wir haben bei unserem Fiat Ducato zuerst die großen Öffnungen gemacht und alle Fenster eingebaut, bevor wir mit der eigentlichen Dämmung weitergemacht haben. Also erst Dachluke, MaxxFan und Seitenfenster – danach Alubutyl und Armaflex.
Für uns war das die logischste Reihenfolge, weil beim Fenstereinbau noch viel am Blech gearbeitet wird. Man misst, klebt ab, bohrt, sägt, entgratet, behandelt die Schnittkanten und reinigt danach wieder alles. Dabei entstehen Metallspäne, Staub und Schmutz. Das wollten wir nicht auf frisch geklebtem Armaflex haben.
Außerdem muss man beim Fenstereinbau im Camper ständig irgendwo stehen, knien, Werkzeuge ablegen oder sich abstützen. Gerade auf dem Dach wollten wir nicht vorher schon alles mit Armaflex bekleben und dann beim Sägen, Abdichten oder Einsetzen der Fenster überall darauf herumtreten.
Ein weiterer Punkt: Wenn die Fenster schon drin sind, sieht man besser, wo später wirklich gedämmt werden muss. Rund um Dachluke, MaxxFan und Seitenfenster kann man das Armaflex danach sauber anpassen, statt vorher großflächig zu kleben und später wieder alles auszuschneiden.
Für uns war die Reihenfolge deshalb klar:

  • Fensterpositionen planen
  • Dachluke, MaxxFan und Seitenfenster einbauen
  • Schnittkanten schützen und alles abdichten
  • danach Alubutyl auf die großen Blechflächen
  • anschließend Armaflex als eigentliche Dämmung


So hatten wir erst die großen Arbeiten am Blech erledigt und konnten danach deutlich sauberer dämmen.
Unsere einzelnen Einbauschritte findest du hier:
👉 Dachluke im Fiat Ducato einbauen
👉 MaxxFan Deluxe im Fiat Ducato einbauen
👉 Seitenfenster im Fiat Ducato einbauen

Alubutyl auf Blechfläche im Camper kleben

Was macht Alubutyl im Camper?

AAlubutyl wird im Camper-Ausbau häufig zur Entdröhnung verwendet. Es ist also nicht die eigentliche Dämmung gegen Kälte oder Hitze, sondern hilft vor allem dabei, große Blechflächen ruhiger zu machen und Schwingungen zu reduzieren.

Den Unterschied merkt man oft schon beim Klopftest. Vorher klingt das Blech hohl, blechern und laut, nach dem Aufkleben wirkt die Fläche deutlich dumpfer und ruhiger.

Für uns war Alubutyl deshalb vor allem an den großen freien Blechflächen wichtig. Überall dort, wo das Blech stark mitschwingen konnte, wollten wir gezielt etwas gegen das Dröhnen machen.

Für uns war beim Alubutyl wichtig:

  • große Blechflächen beruhigen
  • Dröhnen und Vibrationen reduzieren
  • Material sinnvoll einsetzen
  • nicht alles wahllos zukleben
  • die eigentliche Dämmung danach mit Armaflex machen

Wie viel Alubutyl man am Ende wirklich braucht, ist nochmal eine eigene Frage. Deshalb zeigen wir dir im nächsten Abschnitt, wie viel Alubutyl wir in unserem Fiat Ducato verbaut haben.

Wie viel Alubutyl ist das richtige?

Wie viel Alubutyl man im Camper verwendet, ist am Ende ein Stück weit persönliche Entscheidung. Die einen kleben nur kleine Stücke auf die großen Blechflächen, andere verwenden deutlich mehr. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, beim Alubutyl nicht zu sparsam zu sein.

Insgesamt sind wir bei unserem Fiat Ducato auf ungefähr 20 kg Alubutyl gekommen. Das Gewicht beinhaltet bei uns auch den Bereich im Fahrerhaus. Klar, Alubutyl wiegt etwas. Deshalb sollte man das Gesamtgewicht beim Camper-Ausbau immer im Blick behalten.

Für uns war aber wichtig, dass der Transporter später nicht mehr so hohl und blechern klingt. Gerade bei Regen, während der Fahrt oder wenn man sich im Camper aufhält, macht es einen deutlichen Unterschied, ob die großen Blechflächen stark mitschwingen oder deutlich ruhiger wirken.

Wir haben Alubutyl deshalb nicht komplett lückenlos verklebt, aber schon großzügig dort eingesetzt, wo es für uns Sinn gemacht hat – vor allem auf den großen Blechflächen, die vorher beim Klopftest sehr hohl klangen.

Unser Fazit zur Menge: Ob du am Ende etwas weniger oder mehr Alubutyl verwendest, hängt von deinem Fahrzeug, deinem Ausbau, deinem Gewichtsspielraum und deinem eigenen Gefühl ab. Für uns waren die rund 20 kg Alubutyl ein guter Kompromiss aus zusätzlichem Gewicht und einem deutlich ruhigeren Raumgefühl.

Alubutyl im Fiat Ducato anbringen

Alubutyl im Fiat Ducato anbringen

Beim Alubutyl haben wir nicht versucht, den ganzen Camper komplett zu bekleben, weil unser Ziel nicht einfach „je mehr, desto besser“ war. Uns ging es vor allem darum, die großen Blechflächen ruhiger zu bekommen und das typische Dröhnen zu reduzieren.

Deshalb haben wir Alubutyl vor allem dort eingesetzt, wo das Blech besonders hohl klang oder größere freie Flächen vorhanden waren. Genau diese Bereiche haben beim Klopftest am meisten nach leerem Lieferwagen geklungen.

Vor dem Verkleben haben wir die Flächen gründlich gereinigt und darauf geachtet, dass sie trocken und fettfrei sind. Danach haben wir das Alubutyl zugeschnitten, die Schutzfolie abgezogen und das Material Stück für Stück auf die entsprechenden Flächen geklebt.

Wichtig war dabei, das Alubutyl wirklich gut anzudrücken, damit es fest auf dem Blech sitzt und sich später nicht wieder löst. Wir haben also nicht einfach alles schnell zugeklebt, sondern immer wieder geschaut, wo das Material wirklich Sinn ergibt.

Worauf wir beim Alubutyl geachtet haben

Beim Alubutyl war uns wichtig:

  • nicht alles wahllos zukleben
  • große Blechflächen gezielt beruhigen
  • Untergrund vorher reinigen
  • Material gut andrücken
  • Gewicht im Blick behalten
  • nicht über Öffnungen oder wichtige Stellen kleben
  • spätere Kabelwege und Befestigungspunkte mitdenken

Für uns war Alubutyl also vor allem die Vorbereitung gegen das Dröhnen. Die eigentliche Dämmung kam danach mit Armaflex.

FAQ zu Alubutyl

Dämmt Alubutyl auch gegen Kälte und Hitze?

Nein. Für uns war Alubutyl nicht die eigentliche Dämmung gegen Kälte oder Hitze. Wir haben es vor allem zur Entdröhnung genutzt, damit große Blechflächen weniger schwingen und der Transporter nicht mehr so hohl klingt.
Die eigentliche Dämmung kam bei uns anschließend mit Armaflex. Alubutyl und Armaflex haben bei uns also zwei unterschiedliche Aufgaben: Alubutyl gegen Dröhnen, Armaflex gegen Kälte, Hitze und Kondenswasser. 👉 Im Video zeigen wir dir, wie wir Alubutyl und Armaflex in unserem Fiat Ducato verarbeitet haben: Unsere Camper-Ausbau-Videos auf YouTube ansehen

Muss man den ganzen Camper mit Alubutyl bekleben?

Wir würden sagen: Nein, man muss den Camper nicht komplett lückenlos mit Alubutyl zukleben. Trotzdem haben wir uns bewusst dafür entschieden, beim Alubutyl nicht zu geizig zu sein.
Unser Gedanke war: Wenn wir jetzt schon alles offen haben, möchten wir es lieber ordentlich machen. Gerade bei Regen, während der Fahrt oder später beim Schlafen im Camper wollten wir nicht das Gefühl haben, dass der Transporter immer noch hohl und blechern klingt.
Bei uns waren es am Ende ungefähr 20 kg Alubutyl inklusive Fahrerhaus. Klar, das ist zusätzliches Gewicht. Aber für unseren Fiat Ducato war es ein guter Kompromiss, weil uns ein ruhigeres Raumgefühl wichtiger war, als an dieser Stelle zu knapp zu planen.
Wir haben also nicht jede kleine Ecke zwanghaft beklebt, aber die großen Blechflächen schon großzügig behandelt. Denn im Nachhinein wollten wir nicht sagen: Hätten wir doch lieber etwas mehr Alubutyl verwendet.

Warum habt ihr auch das Fahrerhaus mit Alubutyl gemacht?

Das Fahrerhaus ist beim Camper-Dämmen definitiv kein Muss. Wir hätten es wahrscheinlich auch nicht extra gemacht, wenn wir dort nicht sowieso dran gemusst hätten.
Bei uns war die Verkleidung im Fahrerhaus ohnehin ab, weil wir durch eine nicht mehr ganz dichte Antennendichtung einen kleinen Wasserschaden hatten. Also mussten wir den Bereich prüfen, sauber machen und wieder ordentlich aufbauen.
Und wenn schon alles offen ist, war es für uns praktisch, dort auch direkt Alubutyl zu verwenden.
Uns ging es dabei nicht nur um den Wohnbereich hinten, sondern auch um das Gefühl während der Fahrt. Gerade bei Regen, beim Unterhalten oder wenn man Musik hört, macht es einen Unterschied, ob das Fahrerhaus stark blechern klingt oder etwas ruhiger wirkt.
Deshalb ist ein Teil unserer insgesamt ungefähr 20 kg Alubutyl auch im Fahrerhaus gelandet. Das heißt aber nicht, dass man das Fahrerhaus grundsätzlich mitdämmen muss. Für uns hat es sich einfach angeboten, weil wir dort sowieso schon alles offen hatten.

Worauf sollte man beim Verkleben von Alubutyl achten?

Die Fläche sollte sauber, trocken und fettfrei sein. Wir haben dafür den Armaflex Reiniger / Entfetter von Fritz Berger* verwendet, damit das Alubutyl wirklich gut auf dem Blech haftet.
Außerdem sollte das Alubutyl gut angedrückt werden, damit es fest sitzt und sich später nicht wieder löst.
Eine Andrückrolle war für uns dabei sehr praktisch, weil man das Material damit deutlich besser anpressen kann als nur mit der Hand.
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Camper Decke mit Armaflex dämmen

Alubutyl und Armaflex im Fiat Ducato kombinieren

Was macht Armaflex im Camper?

Armaflex ist bei uns die eigentliche Dämmung. Wir haben es genutzt, um die großen Flächen im Innenraum zu dämmen und den Camper besser gegen Kälte, Hitze und Feuchtigkeit vorzubereiten. Armaflex ist flexibel und lässt sich dadurch auch an viele unebene Stellen im Transporter anpassen. Trotzdem ist es kein Zaubermaterial. Man muss sauber arbeiten, vorher gut reinigen und die Stücke passend zuschneiden.

Uns war bei Armaflex wichtig:

  • gute Haftung auf sauberem Untergrund
  • möglichst wenige offene Stellen
  • saubere Übergänge
  • vernünftige Dämmung an Seitenwänden und Decke
  • keine unnötigen Hohlräume
  • nicht einfach wild draufloskleben

Gerade weil Armaflex selbstklebend ist, sollte man vorher wirklich überlegen, wie man die Stücke setzt. Denn wenn es einmal klebt, klebt es. Und natürlich klebt es dann besonders gern genau dort, wo man es nicht wollte. 😄

Warum wir Armaflex und keine Glaswolle verwendet haben

Wenn man sich mit der Dämmung im Camper beschäftigt, kommt irgendwann automatisch die Frage auf: Warum eigentlich Armaflex und nicht einfach günstige Glaswolle aus dem Baumarkt?

Auf den ersten Blick klingt Glaswolle natürlich verlockend. Sie ist günstig, lässt sich leicht in Hohlräume stopfen und wird im Hausbau oft verwendet. Im Transporter fühlt sich das für uns aber nicht richtig an.

Ein Camper ist keine Hauswand. Ein Transporter bewegt sich, vibriert, wird im Sommer heiß, im Herbst kalt und innen entsteht durch Schlafen, Atmen oder Kochen schnell Feuchtigkeit. Genau deshalb wollten wir kein Dämmmaterial verwenden, das Feuchtigkeit aufnehmen oder sich mit der Zeit in den Hohlräumen verschieben kann.

Unsere größten Bedenken bei Glaswolle im Camper waren:

  • Feuchtigkeit kann sich hinter der Verkleidung sammeln.
  • Dämmmaterial kann sich vollsaugen oder schlecht trocknen.
  • Versteckter Rost kann entstehen.
  • Durch Fahrbewegungen kann loses Material verrutschen oder absacken.
  • Man sieht Probleme oft erst, wenn die Verkleidung schon längst wieder drauf ist.

Deshalb kam Glaswolle für unseren Fiat Ducato nicht infrage.

Wir wollten ein Material, das besser zum Fahrzeugausbau passt, direkt auf dem Blech haftet und sich sauber an große Flächen, Rundungen und Kanten anpassen lässt. Genau deshalb haben wir uns für Armaflex* entschieden.

Armaflex ist ein geschlossenzelliger Schaumstoff und wird im Camper-Ausbau häufig genutzt, weil es nicht wie lose Dämmwolle in Hohlräume gestopft wird, sondern direkt auf saubere Blechflächen geklebt werden kann. Für uns war das einfach die deutlich passendere Lösung.

Gerade bei einem Familiencamper, den wir möglichst lange nutzen möchten, wollten wir an dieser Stelle nicht an der falschen Ecke sparen. Wir wollten lieber direkt sauber arbeiten, statt später hinter der Verkleidung ein Feuchtigkeits- oder Rostproblem zu haben.

Kurz gesagt: Glaswolle mag im Hausbau sinnvoll sein. Für unseren Camper-Ausbau war Armaflex aber die Lösung, mit der wir uns deutlich wohler gefühlt haben.

Armaflex im Camper verkleben

Nachdem das Alubutyl an den passenden Stellen saß, ging es mit Armaflex weiter. Auch hier haben wir wieder Stück für Stück gearbeitet.

  • Erst messen.
  • Dann zuschneiden.
  • Dann trocken anhalten.
  • Dann erst kleben.

Klingt langsam, ist aber besser als später schiefes Armaflex an der Wand zu haben. Beim Verkleben haben wir die Schutzfolie nicht sofort komplett abgezogen, sondern Stück für Stück gearbeitet. So lässt sich das Material besser führen und man hat etwas mehr Kontrolle.

Unser Ablauf beim Armaflex-Verkleben

Unser Ablauf war ungefähr so:

  1. Fläche reinigen.
  2. Fläche trocknen lassen.
  3. Armaflex grob ausmessen.
  4. Stück passend zuschneiden.
  5. Vor dem Kleben anhalten und prüfen.
  6. Schutzfolie Stück für Stück abziehen.
  7. Armaflex sauber andrücken.
  8. Kanten und Übergänge kontrollieren.
  9. Kleine Lücken nacharbeiten.

Gerade an Rundungen, Sicken und Kanten muss man etwas Geduld haben. Und Geduld ist beim Camper-Ausbau ja sowieso ungefähr das Material, von dem man am meisten braucht. Leider gibt es das nicht im 10er-Pack bei Amazon. Dafür gibt es aber Armaflex* bei Fritz Berger 😉

Seitenwände und große Blechflächen dämmen

Die Seitenwände sind beim Fiat Ducato natürlich ein großes Thema, weil dort viele große Blechflächen, Streben, Vertiefungen und kleinere Hohlräume zusammenkommen.

Wir haben versucht, die gut erreichbaren Flächen sauber mit Armaflex zu dämmen und die Übergänge ordentlich zu verarbeiten. Dabei war uns wichtig, nicht einfach alles blind zuzukleben, sondern schon an den späteren Ausbau zu denken.

Gerade dort, wo später Kabel verlaufen oder Möbel befestigt werden sollen, wollten wir vorher genau überlegen, welche Bereiche frei bleiben müssen und wo Dämmung sinnvoll ist.

Auch unser Grundriss hat uns dabei geholfen. Wenn man schon ungefähr weiß, wo später Bett, Sitzbank, Küche oder Schränke sitzen, kann man beim Dämmen deutlich besser planen.

So ist der Abschnitt wichtig, aber nicht zu lang. Ich würde ihn genau so drinlassen.

Material, das wir zum Camper dämmen verwendet haben

Beim Dämmen merkt man ziemlich schnell: Es ist nicht nur Armaflex und fertig. Man braucht auch ein paar Dinge drumherum, damit die Dämmung sauber hält und man ordentlich arbeiten kann. Für unseren Fiat Ducato haben wir vor allem diese Materialien und Werkzeuge verwendet:

Fritz Berger

Amazon

Das Armaflex war bei uns die eigentliche Dämmung. Alubutyl haben wir zusätzlich auf ausgewählte große Blechflächen geklebt, damit der Transporter weniger dröhnt. Die Andrückrolle war vor allem beim Alubutyl praktisch, weil das Material wirklich fest auf dem Blech sitzen sollte. Den Reiniger haben wir genutzt, damit die Flächen vor dem Verkleben sauber und fettfrei sind. Gerade bei selbstklebendem Material ist das wichtig, weil es sonst später nicht zuverlässig hält. Das Armaflex Klebeband ist praktisch für Übergänge, Kanten und kleinere Stellen, an denen man noch sauber nacharbeiten möchte.

Armaflex im Camper zuschneiden und verkleben

Decke im Camper dämmen

Auch die Decke wollten wir natürlich dämmen, weil sich der Camper gerade im Sommer über das Dach stark aufheizen kann. Gleichzeitig ist die Decke ein Bereich, an dem man später nicht mehr so einfach arbeiten möchte, wenn Verkleidung, Kabel und Möbel erst einmal eingebaut sind.

Deshalb wollten wir hier direkt sauber arbeiten und nicht später nochmal alles öffnen müssen.

Beim Kleben an der Decke merkt man schnell, dass es etwas anstrengender ist als an den Seitenwänden. Man arbeitet über Kopf, das Material muss gut sitzen und natürlich möchte man nicht, dass einem das Armaflex wieder entgegenkommt.

Deshalb haben wir auch hier lieber kleinere Stücke sauber verarbeitet, statt riesige Bahnen irgendwie über Kopf anzukleben. Das dauert vielleicht etwas länger, war für uns aber deutlich angenehmer und kontrollierter.

Wichtige Punkte waren dabei natürlich der MaxxFan und die Dachluke. Rund um solche Dachöffnungen wollten wir besonders sauber arbeiten, damit die Dämmung später ordentlich anschließt und keine unnötigen offenen Stellen bleiben.

Hohlräume und schwierige Stellen

Ein Transporter ist innen nicht einfach glatt. Es gibt Streben, Vertiefungen, kleine Ecken, Kanten und Bereiche, an die man nur schlecht herankommt.

Genau diese Stellen kosten beim Dämmen oft mehr Zeit als die großen Flächen. Die großen Stücke sind meistens schnell zugeschnitten und angeklebt, aber die kleinen Ecken halten einen manchmal ewig auf.

Wir haben versucht, möglichst viele Stellen sinnvoll zu dämmen, ohne uns dabei völlig verrückt zu machen. Denn irgendwann muss man auch ehrlich sagen: Perfekt wird so ein DIY-Ausbau wahrscheinlich nie.

Und das ist okay.

Wichtig war für uns, sauber und sinnvoll zu arbeiten. Lieber eine Stelle ordentlich lösen, als überall hektisch kleine Fetzen hinzukleben, nur damit es am Ende „vollständig“ aussieht.

FAQ Armaflex

Welche Armaflex-Dicke ist für den Camper sinnvoll?

Für die großen Flächen im Camper wird häufig 19 mm Armaflex verwendet. Das passt gut für Seitenwände, größere Blechflächen und die Decke, wenn genug Platz vorhanden ist.
An engeren Stellen, Rundungen, Holmen oder kleineren Ecken kann dünneres Armaflex praktischer sein, weil es sich leichter anpassen lässt. Wir würden deshalb nicht nur auf die Dicke schauen, sondern auch darauf, wo das Material später wirklich hinkommt.
Bei uns war wichtig: Die großen Flächen ordentlich dämmen und kleine Stellen lieber sauber nacharbeiten, statt überall irgendwie große Stücke hineinzudrücken.

Welche Armaflex-Variante haben wir verwendet?

Wir haben selbstklebendes Armaflex verwendet, weil es für uns beim Ausbau am praktischsten war. Man muss keinen zusätzlichen Kleber auf großen Flächen verteilen und kann Stück für Stück arbeiten.
Wichtig ist aber: Selbstklebend heißt nicht, dass man einfach auf schmutziges Blech kleben kann. Die Fläche muss vorher sauber, trocken und fettfrei sein, damit das Armaflex wirklich gut hält. 👉 Armaflex selbstklebend bei Fritz Berger*

Kann man Armaflex wieder abziehen?

Theoretisch bekommt man es irgendwie wieder ab, aber schön ist das definitiv nicht. Selbstklebendes Armaflex hält extrem stark, wenn der Untergrund gut vorbereitet ist. Deshalb würden wir immer erst anhalten, prüfen und dann kleben. Denn wenn es einmal richtig sitzt, möchte man es eigentlich nicht mehr korrigieren müssen.

Mehr zu unserem Camper-Ausbau

Wir bauen unseren Fiat Ducato Schritt für Schritt zum Familiencamper aus. Hier findest du alle bisherigen Beiträge rund um unseren Ausbau, unsere Planung, die ersten Arbeiten am Transporter und die nächsten Schritte.

Unser kompletter Ausbau im Überblick

Planung & Vorbereitung

Unsere bisherigen Ausbau-Schritte

Materialien & Checklisten

Unsere Camper-Videos

Fazit: Würden wir wieder mit Armaflex und Alubutyl dämmen?

Bis jetzt würden wir sagen: ja, auf jeden Fall.

Für unseren Fiat Ducato fühlt sich die Kombination aus Alubutyl und Armaflex bisher sehr sinnvoll an. Alubutyl haben wir gezielt gegen das Dröhnen eingesetzt, während Armaflex für uns die eigentliche Dämmung gegen Kälte, Hitze und Kondenswasser war.

Wichtig war uns vor allem, nicht einfach alles wahllos zuzukleben, sondern Stück für Stück zu überlegen, welche Fläche welche Aufgabe hat. Große Blechflächen sollten ruhiger werden, offene Bereiche sollten sinnvoll gedämmt werden und spätere Kabelwege, Möbel und Befestigungspunkte mussten trotzdem mitgedacht werden.

Ob wir am Ende wirklich alles perfekt gemacht haben, wird sich natürlich erst im Alltag zeigen. Aber aktuell sind wir froh, dass wir uns die Zeit genommen haben und nicht einfach schnell irgendwas an die Wände geklebt haben.

Nach der Dämmung fühlt sich der Transporter direkt weniger nach leerem Lieferwagen und mehr nach zukünftigem Camper an. Und genau das ist beim Ausbau irgendwie jedes Mal der schönste Moment: Wenn aus einer Baustelle plötzlich wieder ein kleines Stück mehr Zuhause auf Rädern wird.

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