Transporter entkernen: Schritt für Schritt zum leeren Camper
Einen Transporter entkernen klingt zunächst nach einem einfachen Arbeitsschritt. Bei unserem Fiat Ducato Pumbaa hat uns vor allem die stark verklebte Bodenplatte überrascht. Als wir unseren Fiat Ducato „Pumbaa“ abgeholt haben, wollten wir am liebsten sofort mit dem eigentlichen Camper-Ausbau beginnen. Fenster einbauen, dämmen, den Boden vorbereiten und endlich sehen, wie aus dem leeren Transporter langsam unser Familiencamper wird – darauf hatten wir natürlich viel mehr Lust als auf Schrauben, alte Holzplatten und jede Menge Schmutz.
Trotzdem führte kein Weg daran vorbei: Bevor wir irgendetwas Neues einbauen konnten, musste Pumbaa erst einmal vollständig entkernt werden. Unter der vorhandenen Bodenplatte und hinter den Seitenverkleidungen konnten sich schließlich Rost, Feuchtigkeit, alte Bohrlöcher oder Schäden verstecken. Außerdem wollten wir wissen, welche Materialien noch brauchbar sind und was wir möglicherweise wiederverwenden können.
In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie wir unseren Transporter entkernt haben, welches Werkzeug dabei hilfreich war und worauf wir beim Ausbau der Bodenplatte, der Seitenverkleidungen und bei der Rostkontrolle geachtet haben.
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Inhaltsverzeichnis

Warum wir den Transporter vollständig entkernt haben
Unser Fiat Ducato war vor dem Kauf als Transporter unterwegs. Im Laderaum befanden sich noch eine Bodenplatte, seitliche Holzverkleidungen, Verzurrösen und verschiedene Befestigungen. Auf den ersten Blick sah alles grundsätzlich brauchbar aus. Trotzdem wollten wir nicht einfach Dämmung und Möbel darüberbauen. Erst nach der vollständigen Entkernung konnten wir erkennen:
- wie das Blech unter der Bodenplatte aussieht
- ob sich irgendwo Rost oder Feuchtigkeit versteckt
- welche Platten noch brauchbar sind
- wo alte Bohrlöcher und Befestigungen sitzen
- und wie wir Boden, Dämmung und Kabelwege planen können
Unseren gesamten Ausbaufortschritt findest du auf unserer Projektseite:: ➡️ Camper-Ausbau Fiat Ducato: Aus Pumbaa wird unser Familiencamper
Welches Werkzeug braucht man zum Transporter entkernen?
Welche Werkzeuge benötigt werden, hängt immer davon ab, wie die Verkleidungen und der Boden befestigt sind.
Bei uns waren hilfreich:
- Akkuschrauber
- Torx-, Kreuz- und Schlitz-Bits
- Ratsche mit Steckschlüsseln
- Schraubendreher
- Kunststoff-Demontagehebel
- Zange
- Cuttermesser
- Kunststoffschaber
- kleiner Geißfuß oder Hebelwerkzeug
- Werkstattstaubsauger
- Handfeger
- Mikrofasertücher
- milder Reiniger
- beschriftbare Beutel oder kleine Boxen
Besonders praktisch waren die kleinen Beutel und Boxen. Schrauben und Clips sehen während des Ausbaus noch eindeutig aus – einige Wochen später meistens nicht mehr. Passendes Werkzeug und Zubehör findest du auch bei unseren Partnern:
- ➡️ Werkzeug und Campingausrüstung bei Decathlon ansehen*
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Seitenverkleidungen im Fiat Ducato entfernen – so sind wir vorgegangen
Zuerst haben wir alle vorhandenen Einbauten und die seitlichen Holzverkleidungen entfernt. Dafür lösten wir die sichtbaren Schrauben und kontrollierten anschließend, ob die Platten zusätzlich durch Clips oder andere Befestigungen gehalten wurden.
Schrauben und Clips sortieren
Schrauben, Clips und kleine Abdeckungen sollten nicht alle gemeinsam in einem Eimer landen. Besser sind beschriftete Beutel oder kleine Boxen, beispielsweise für:
- linke Seitenwand
- rechte Seitenwand
- Bodenplatte
- Verzurrösen
- Hecktüren
- Schiebetür
- Trennwand
Auch wenn du manche Teile später nicht wieder einbaust, kann es hilfreich sein, sie zunächst vollständig aufzubewahren.

Die Seitenverkleidungen haben wir behalten
Unsere seitlichen Holzplatten waren noch trocken und stabil. Deshalb haben wir sie zunächst nicht entsorgt. Ob wir sie vollständig wiederverwenden, wissen wir noch nicht. Sie könnten aber später als Schablonen dienen oder sich für kleinere Bauteile verwenden lassen. Unser Grundsatz beim Ausbau lautet deshalb: Wenn eine Platte noch gut aussieht, behalten wir sie zunächst. Wegwerfen können wir sie später immer noch. Umgekehrt wäre es ärgerlich, wenn wir plötzlich genau diese Form oder das Material benötigen.
Verklebte Bodenplatte ausbauen – so haben wir sie heil herausbekommen
Nachdem die Seitenverkleidungen entfernt waren, haben wir uns um die Verzurrösen und die Bodenplatte gekümmert. Zuerst lösten wir alle sichtbaren Schrauben und Befestigungen. Bei einigen Transportern lässt sich die Bodenplatte danach relativ einfach herausheben. Bei uns war das leider nicht der Fall.
Unsere Bodenplatte war vollständig verklebt
Bei einigen Transportern lässt sich die originale Bodenplatte nach dem Lösen der Schrauben relativ einfach herausheben. Bei Pumbaa war das anders. Unsere Bodenplatte war von unten stark verklebt. Sie ließ sich deshalb nicht einfach hochnehmen, obwohl alle Schrauben und Verzurrösen entfernt waren. Wir mussten die Platte vorsichtig Stück für Stück anheben und teilweise aushebeln. Dabei haben wir immer wieder kontrolliert, ob sie wirklich nur noch durch den Kleber gehalten wurde oder ob irgendwo noch eine Befestigung übersehen worden war. Ganz ohne Kraft ging es bei uns nicht. Trotzdem ist die Bodenplatte heil geblieben.
Vorsichtig hebeln statt einfach zerstören
Wenn deine Bodenplatte fest sitzt, solltest du nicht sofort davon ausgehen, dass sie zersägt oder entsorgt werden muss. Gehe möglichst systematisch vor:
- Alle Schrauben und Verzurrösen entfernen.
- Randbereiche und mögliche Klebestellen kontrollieren.
- Die Platte an einer zugänglichen Stelle vorsichtig anheben.
- Ein Stück Holz oder Kunststoff als Schutz unterlegen.
- Stück für Stück weiterarbeiten.
- Immer wieder prüfen, ob noch Befestigungen vorhanden sind.
Wie viel Kraft notwendig ist, hängt davon ab, wie die Bodenplatte befestigt wurde. Nicht jede Platte ist so stark verklebt wie unsere. Vermeide es außerdem, mit einer Säge einfach durch die Bodenplatte zu schneiden, ohne genau zu wissen, was darunter liegt. Zwischen Platte und Fahrzeugboden können sich Befestigungspunkte, Vertiefungen oder Leitungen befinden.
Wir haben die originale Bodenplatte wiederverwendet
Nachdem wir die Platte herausgenommen hatten, haben wir ihren Zustand gründlich kontrolliert. Unsere Bodenplatte war:
- trocken,
- stabil,
- nicht aufgequollen,
- nicht verschimmelt,
- und insgesamt noch gut erhalten.
Deshalb haben wir sie behalten und nach dem Bodenaufbau wieder in unseren Fiat Ducato eingesetzt.
Das hatte für uns mehrere Vorteile:
- Die Platte passte bereits exakt zum Fahrzeug.
- Alle Rundungen und Ausschnitte waren vorhanden.
- Wir mussten keine neue Platte zuschneiden.
- Wir konnten Material und Kosten sparen.
Eine beschädigte, aufgequollene oder muffig riechende Platte würden wir allerdings nicht wiederverwenden.

Innenraum nach dem Entkernen gründlich reinigen
Nachdem Bodenplatte und Verkleidungen draußen waren, kam der weniger schöne Teil: Staub, Dreck und Klebereste entfernen. Unter einer alten Bodenplatte sammelt sich über die Jahre einiges an:
- Sand,
- Staub,
- kleine Schrauben,
- Metallspäne,
- Holzreste,
- getrockneter Schmutz,
- und alte Kleberückstände.
Wir haben den Innenraum zuerst vollständig ausgesaugt. Dabei sollte man nicht nur über die großen Flächen gehen, sondern auch Sicken, Ecken, Radkästen und Übergänge gründlich reinigen.

Klebereste vom Fahrzeugboden entfernen
Beginne bei Kleberesten möglichst mit einem Kunststoffschaber*. Damit lassen sich dickere oder bereits gelöste Rückstände häufig entfernen, ohne direkt den Lack zu zerkratzen. Bei hartnäckigen Resten kann ein geeigneter Klebstoffentferner* helfen. Welches Mittel geeignet ist, hängt vom Kleber und vom Untergrund ab. Wir würden dabei so vorgehen:
- Kleber zunächst mechanisch und vorsichtig lösen.
- Reiniger an einer unauffälligen Stelle testen.
- Nur kleine Bereiche behandeln.
- Für gute Belüftung sorgen.
- Rückstände vollständig entfernen.
- Fläche trocknen lassen.
Ein Folienradierer* kann bei bestimmten Kleberesten ebenfalls helfen. Dabei entsteht allerdings Wärme. Deshalb sollte er ohne starken Druck und nicht zu lange an derselben Stelle eingesetzt werden.
Gründlich waschen und trocknen lassen
Nach dem Absaugen haben wir das Blech gründlich gereinigt. Zunächst reicht ein milder Reiniger, um allgemeinen Schmutz zu entfernen. Vor dem späteren Verkleben von Armaflex oder Alubutyl müssen die jeweiligen Flächen noch einmal passend vorbereitet werden. Sie müssen dann:
- trocken,
- staubfrei,
- fettfrei,
- rostfrei,
- und frei von losen Lackteilen sein.
Die Grundreinigung nach dem Entkernen ersetzt also nicht die unmittelbare Reinigung vor dem Verkleben. Unsere vollständige Material- und Werkzeugliste für Reinigung, Dämmung, Boden und die weiteren Ausbauphasen kannst du weiter unten kostenlos anfordern.

Rost im Transporter kontrollieren – was haben wir gefunden?
Als Bodenplatte und Verkleidungen entfernt waren, konnten wir das Blech erstmals vollständig kontrollieren. Wir hatten vorher etwas Sorge, dass sich unter dem Boden größere Roststellen verstecken könnten. Zum Glück fanden wir nur vier bis fünf kleine, oberflächliche Stellen. Besonders genau angesehen haben wir:
- den Fahrzeugboden
- die Bodensicken
- die unteren Seitenbereiche
- alte Bohrlöcher
- Befestigungen und Verzurrösen
Die kleinen Roststellen haben wir vor dem Bodenaufbau behandelt. Wie wir dabei vorgegangen sind, zeigen wir ausführlich in unserem nächsten Beitrag: Rost im Transporter behandeln
Unsere Erfahrungen beim Entkernen des Fiat Ducato
Das Entkernen war nicht besonders kompliziert, aber teilweise deutlich aufwendiger als gedacht. Vor allem die stark verklebte Bodenplatte hat uns Zeit und Kraft gekostet. Trotzdem sind wir froh, dass wir vorsichtig gearbeitet und sie nicht einfach zersägt oder weggeworfen haben. Sie blieb vollständig erhalten und konnte später wieder eingebaut werden. Auch die Seitenverkleidungen haben wir vorerst behalten. Vielleicht brauchen wir sie später als Schablone oder können zumindest einen Teil des Materials weiterverwenden.
Was wir beim nächsten Mal genauso machen würden
- Den kompletten Innenraum freilegen.
- Die Bodenplatte möglichst erhalten.
- Gut erhaltenes Material zunächst aufbewahren.
- Schrauben und Clips sortieren.
- Rost vor Dämmung und Bodenaufbau behandeln.
- Den Innenraum gründlich reinigen.
Was wir noch besser machen würden
- Mehr Detailfotos aufnehmen.
- Noch genauer beschriften, wo einzelne Schrauben saßen.
- Vorher mehr kleine Boxen und Beutel bereitlegen.
- Für Klebereste direkt verschiedene lackschonende Werkzeuge einplanen.
Transporter entkernen im Video
Die komplette Entkernung haben wir auch mit der Kamera begleitet. Im Video zeigen wir:
- und wie Pumbaa nach der Entkernung aussah
- wie der Laderaum vorher aussah
- wie wir die Seitenverkleidungen entfernt haben
- wie wir mit der verklebten Bodenplatte umgegangen sind
- was sich unter dem Boden befand
Weitere Ausbauvideos findest du in unserer Camper-Ausbau-Playlist: ➡️ Unser Camper-Ausbau
So ging unser Camper-Ausbau danach weiter
Nachdem der Innenraum sauber und die kleinen Roststellen behandelt waren, konnten wir mit dem eigentlichen Aufbau beginnen. Als Nächstes haben wir:
- die Unterkonstruktion für den Boden eingeklebt
- die Zwischenräume mit Armaflex gedämmt
- die originale Bodenplatte wieder eingesetzt
- und anschließend an den Seitenwänden weitergearbeitet
Diesen Schritt haben wir auch als Video festgehalten:

Unsere Reisetagebücher für zukünftige Camper-Abenteuer
Unser Camper-Ausbau hat für uns vor allem ein Ziel: Wir möchten gemeinsam mit unserem Sohn mehr unterwegs sein und neue Orte entdecken. Genau deshalb haben wir unsere Reisetagebücher entwickelt. Unser Sohn kann seine Reisen darin mit eigenen Worten, Bildern und Gefühlen festhalten.
Wir Erwachsenen notieren besondere Stellplätze, Cafés, Restaurants, Aussichtspunkte und Orte, deren Namen man einige Jahre später sonst längst vergessen hätte. ➡️ Unsere Reisetagebücher zum Ausfüllen ansehen
Fazit: Würden wir beim Entkernen wieder genauso vorgehen?
Das Transporter-Entkernen ist dreckig, teilweise anstrengend und nicht unbedingt der spannendste Abschnitt eines Camper-Ausbaus. Trotzdem würden wir diesen Schritt niemals überspringen.
Erst nachdem Bodenplatte und Verkleidungen entfernt waren, konnten wir Pumbaa vollständig reinigen und den Zustand des Blechs beurteilen. Unsere stark verklebte Bodenplatte ließ sich mit vorsichtigem Hebeln unbeschädigt ausbauen. Da sie noch gut erhalten war, konnten wir sie später wiederverwenden. Auch die seitlichen Holzverkleidungen haben wir zunächst behalten. Vielleicht werden sie später zu Schablonen oder zu neuen Teilen unseres Campers. Unser wichtigster Tipp lautet deshalb:
Wirf brauchbares Material nicht vorschnell weg. Prüfe erst, ob du es wiederverwenden kannst. So sparst du möglicherweise Geld, Arbeit und Material – und schaffst gleichzeitig eine saubere Grundlage für alle weiteren Ausbauschritte.
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