Camper-Ausbau für große Menschen: 2-m-Bett, Stehhöhe und Beinfreiheit

Camper-Ausbau für große Menschen: 2-m-Bett, Stehhöhe und Beinfreiheit

Wenn du knapp zwei Meter groß bist, wird ein Camper-Ausbau schnell zur Maßarbeit. Ein kurzes Querbett fällt meistens raus, an der Sitzgruppe fehlt Platz für die Beine und nach Bodenaufbau und Deckenverkleidung bleibt weniger Stehhöhe übrig als im leeren Transporter.

Christian ist genau genommen 1,98 Meter groß. Seine Körpergröße hat deshalb viele Entscheidungen bei unserem Camper-Ausbau beeinflusst. Unser Bett ist zwei Meter lang, an der Sitzgruppe muss genügend Platz für seine Beine bleiben und auch bei Küche und Oberschränken dürfen wir die Kopffreiheit nicht vergessen.

Trotzdem haben wir uns bewusst für einen Fiat Ducato L5H2 und nicht für einen H3 entschieden. In diesem Beitrag zeigen wir dir, warum wir diesen Kompromiss eingegangen sind und worauf du bei einem Camper-Ausbau für große Menschen achten solltest.

Kurzfassung: Unser Camper-Ausbau für zwei Meter Körpergröße

BereichDarauf kommt es anUnsere Lösung
Basisfahrzeugausreichend Platz für drei PersonenFiat Ducato L5H2
H2 oder H3Stehhöhe oder etwas weniger Fahrzeughöhebewusst H2 statt H3
StehhöheChristian kann nicht überall gerade stehenakzeptierter Kompromiss und Dachluke zum Aufrichten
Bettgenug Länge bei 1,98 m KörpergrößeLängsbett mit etwa 140 × 200 cm
Matratzepassend zur beweglichen LiegeflächeKlappmatratze mit zwei Metern Gesamtlänge
SitzgruppeKnie- und Beinfreiheitgegenüberliegende Sitzplätze
TischEssen und Arbeiten mit zwei LaptopsHöhe und Abstand werden auf die Sitzpolster abgestimmt
StauraumPlatz trotz großem BettEuroboxen und Ausrüstung unter der Liegefläche
Kinderbetteigener Schlafplatz für unser Kindetwa 80 × 170 cm quer im Heck

Unsere wichtigste Erfahrung: Wenn du groß bist, brauchst du nicht automatisch das höchste Fahrzeug. Du brauchst einen Grundriss, der zu deiner Körpergröße und zu der Art passt, wie du später reisen möchtest.

Welches Basisfahrzeug passt für große Menschen?

Bei der Suche nach einem Basisfahrzeug haben wir nicht nur darauf geachtet, ob Christian irgendwo ein zwei Meter langes Bett unterbringen kann. Wir reisen zu dritt und brauchen deshalb neben unserem Bett einen weiteren Schlafplatz, eine Küche, eine Sitzgruppe und ausreichend Stauraum.

Unser Basisfahrzeug ist ein Fiat Ducato L5H2 aus dem Jahr 2021. Mit einer Fahrzeuglänge von ungefähr 6,36 Metern ist Pumbaa alles andere als klein. Diese Länge brauchen wir aber, damit unser geplanter Grundriss für drei Personen funktioniert.

Ein langes Fahrzeug löst nicht automatisch alle Probleme großer Menschen. Du kannst selbst in einem großen Transporter zu wenig Beinfreiheit haben, wenn Bett, Tisch und Sitzbank ungünstig angeordnet sind.

Vor der Fahrzeugwahl würden wir deshalb folgende Fragen klären:

  • Welche Bettlänge brauchst du wirklich?
  • Möchtest du längs oder quer schlafen?
  • Wie viele Personen reisen mit?
  • Brauchst du eine feste oder umbaubare Sitzgruppe?
  • Möchtest du im Camper arbeiten?
  • Wie wichtig ist dir vollständige Stehhöhe?
  • Wie viel Stauraum wird benötigt?
  • Möchtest du häufig in Städten und auf normalen Parkplätzen stehen?
  • Bist du überwiegend im Camper oder draußen?

Aktuelle Fahrzeugvarianten und technische Angaben findest du direkt auf der offiziellen Seite zum Fiat Ducato. Da sich Maße und Bezeichnungen je nach Baujahr und Ausführung unterscheiden können, solltest du zusätzlich immer die Daten des konkreten Fahrzeugs kontrollieren. Fiat stellt dafür auch Broschüren und technische Daten zur Verfügung.

Unseren eigenen Ausbau sammeln wir auf unserer Übersichtsseite zum Camper-Ausbau im Fiat Ducato.

H2 oder H3: Was ist für große Menschen besser?

Bei knapp zwei Metern Körpergröße klingt ein H3 zunächst nach der einfachsten Lösung. Das höhere Dach bietet mehr Innenhöhe und damit eine bessere Chance, auch nach dem Ausbau vollständig aufrecht stehen zu können.

Wir haben uns trotzdem bewusst für einen Fiat Ducato H2 entschieden.

Was für einen H3 gesprochen hätte

Der größte Vorteil eines H3 ist die zusätzliche Innenhöhe. Gerade für große Menschen kann das im Camperalltag angenehmer sein.

Ein H3 bietet außerdem mehr Möglichkeiten für:

  • zusätzliche Kopffreiheit
  • höhere Oberschränke
  • mehr Stauraum unter der Decke
  • eine geräumigere Dusche
  • mehr Spielraum beim Boden- und Deckenaufbau

Wenn du sehr viel Zeit im Camper verbringst oder unbedingt überall aufrecht stehen möchtest, kann ein H3 für dich die passendere Wahl sein.

Warum wir uns trotzdem für einen H2 entschieden haben

Unser Ducato ist als L5 bereits sehr lang. Wir wollten nicht zusätzlich auch noch das höchste verfügbare Fahrzeug kaufen.

Ein höheres Fahrzeug bietet dem Wind mehr Angriffsfläche. Gerade bei Seitenwind wollten wir nicht mehr Fahrzeughöhe haben als nötig. Hinweise zum sicheren Fahren bei starkem Wind findest du beim ADAC.

Hinzu kommen mögliche Einschränkungen durch:

  • Parkhäuser
  • überdachte Parkplätze
  • Höhenbegrenzungen
  • niedrige Zufahrten
  • Äste auf kleineren Campingplätzen
  • einige Waschplätze und Werkstatteinfahrten

Für uns spielten noch weitere Gründe eine Rolle:

  • Unser L5 bietet bereits viel Platz in der Länge.
  • Wir benötigen keinen riesigen Stauraum direkt unter der Decke.
  • Unser Reisealltag soll hauptsächlich draußen stattfinden.
  • Wir möchten nicht den ganzen Tag im Camper verbringen.
  • Kurzes gebücktes Laufen ist für Christian in Ordnung.
  • Uns war ein guter Grundriss wichtiger als vollständige Stehhöhe.
  • Der gefundene Ducato passte insgesamt zu unserem Projekt.

Wir würden deshalb nicht behaupten, dass ein H2 grundsätzlich besser ist. Für unseren Ausbau ist er der passendere Kompromiss.

Ein H3 hätte Christian mehr Stehhöhe gebracht. Der H2 passt dafür besser zu der Art, wie wir reisen möchten.

Unsere ehrliche Erfahrung mit der Stehhöhe im H2

Christian kann mit 1,98 Metern in unserem ausgebauten H2 nicht überall vollständig aufrecht stehen. Das wussten wir bereits vor dem Ausbau.

Für ihn ist das allerdings kein großes Problem. Wir möchten den Großteil unserer Reisetage draußen verbringen und den Camper vor allem zum Schlafen, Kochen, Essen und für gemütliche Abende nutzen.

Wenn Christian sich zwischendurch vollständig aufrichten möchte, kann er sich unter unsere geöffnete Dachluke stellen. Dort gewinnt er die fehlenden Zentimeter und kann gerade stehen.

Natürlich ist das nicht mit einem vollständig hohen Innenraum vergleichbar. Für unseren Alltag ist es aber eine kleine Lösung, die gut passt.

Wenn du dagegen täglich viele Stunden im Camper arbeitest, längere Zeit darin stehst oder dich beim Einziehen des Kopfes schnell unwohl fühlst, solltest du einen H3 unbedingt ausprobieren.

Die Körpergröße allein entscheidet nicht. Wichtig ist vor allem, wie du deinen Camper später nutzen möchtest.

Boden und Decke kosten zusätzliche Innenhöhe

Beim Vergleich verschiedener Fahrzeuge wird häufig nur auf die ursprüngliche Innenhöhe des leeren Transporters geschaut. Diese Höhe bleibt nach dem Ausbau aber nicht vollständig erhalten.

Am Boden kommen beispielsweise hinzu:

  • Unterkonstruktion
  • Dämmung
  • Bodenplatte
  • eventuell ein zusätzlicher Bodenbelag

Auch an der Decke brauchst du Platz für Dämmung, Unterkonstruktion, Kabel und Verkleidung. Jede einzelne Schicht ist vielleicht nicht besonders dick. Zusammen machen Boden und Decke aber einen spürbaren Unterschied.

Wenn du möglichst viel Stehhöhe erhalten möchtest, lohnt es sich, den vollständigen Aufbau vorher durchzurechnen. Dabei solltest du trotzdem nicht nur versuchen, jeden Millimeter einzusparen. Dämmung, Stabilität und eine saubere Konstruktion bleiben genauso wichtig.

Camper Bodenaufbau

Warum wir unseren Boden nicht auf jeden Millimeter optimiert haben

Wir persönlich haben den Boden nicht ausschließlich nach der größtmöglichen Stehhöhe geplant.

In unserem Ducato lag bereits eine Bodenplatte. Diese war noch so gut erhalten, dass wir es schade gefunden hätten, sie zu entsorgen und eine komplett neue Platte zu kaufen.

Eine neue Bodenplatte hätte:

  • zusätzlich Geld gekostet
  • weiteres Material benötigt
  • mehr Arbeit verursacht
  • eine noch gut nutzbare Platte ersetzt

Deshalb haben wir die vorhandene Bodenplatte weiterverwendet und unseren Aufbau darauf abgestimmt. Dabei war uns bewusst, dass wir an anderer Stelle vielleicht noch einige Millimeter hätten einsparen können.

Für uns war die vorhandene Platte trotzdem die sinnvollere Lösung. Sie war stabil, passend zugeschnitten und musste nicht unnötig ersetzt werden.

Wie wir dabei vorgegangen sind, zeigen wir dir in unserem Beitrag über den Camper-Bodenaufbau mit Dämmung und Unterkonstruktion.

Wenn vollständige Stehhöhe für dich entscheidend ist, empfehlen wir trotzdem, Boden und Decke schon vor dem Ausbau genau durchzurechnen. Bei unserer Planung hatte dieser Punkt einfach nicht die höchste Priorität.

Camper Bett selber bauen: So haben wir unser Heckbett gebaut

Unser 2-m-Bett im Fiat Ducato

Beim Bett wollten wir keinen Kompromiss eingehen, den wir jede Nacht bereuen. Ein Bett mit 1,80 oder 1,90 Metern Länge wäre für Christian auf Dauer zu kurz.

Unsere Liegefläche ist deshalb ungefähr 140 × 200 Zentimeter groß.

Zwei Meter sind nur knapp länger als Christian selbst. Diese Länge passt aber gut zu unserem verfügbaren Platz und zu unserem Familiengrundriss.

Wichtig ist nicht nur die reine Matratzenlänge. Auch die Begrenzungen am Kopf- und Fußende spielen eine Rolle. Eine zwei Meter lange Matratze hilft wenig, wenn dicke Polster, eine Wandverkleidung oder ein Möbelstück die nutzbare Länge verkürzen.

Wenn du selbst ungefähr zwei Meter groß bist, solltest du beim Probeliegen darauf achten:

  • Wie liegst du normalerweise?
  • Benötigst du am Kopfende Platz für ein großes Kissen?
  • Berühren deine Füße die Wand?
  • Liegt die Matratze zwischen zwei festen Begrenzungen?
  • Kannst du dich vollständig ausstrecken?
  • Bleibt ausreichend Platz zum Ein- und Aussteigen?
  • Schläfst du gerade oder eher leicht angewinkelt?

Zwei Meter Matratzenlänge bedeuten nicht automatisch zwei Meter bequem nutzbaren Schlafplatz.

Warum ein Querbett für uns nicht infrage kam

Der Fiat Ducato wird häufig mit einem Querbett ausgebaut. Durch seine vergleichsweise geraden Seitenwände kann das für kleinere Personen eine platzsparende Lösung sein.

Für Christian kam ein normales Querbett nicht infrage. Entscheidend ist schließlich nicht nur die Breite des leeren Transporters.

Nach dem Ausbau benötigen auch diese Dinge Platz:

  • Dämmung
  • Unterkonstruktion
  • Wandverkleidung
  • eventuell Stoff oder Filz
  • etwas Abstand zwischen Matratze und Wand

Dadurch wird die tatsächlich nutzbare Liegelänge kleiner. Außerdem schläft nicht jeder vollkommen gerade. Wenn Kopf und Füße dauerhaft an den Wänden anstoßen, helfen theoretisch passende Fahrzeugmaße wenig.

Karosserieverbreiterungen oder sogenannte Flares können bei einem Querbett zusätzliche Länge schaffen. Für unseren Ausbau wollten wir diesen Weg allerdings nicht gehen.

Wir haben unser Bett deshalb längs im Fahrzeug geplant. So können wir die benötigten zwei Meter besser einhalten.

Das Problem eines festen Längsbettes

Ein festes Längsbett mit zwei Metern Länge nimmt sehr viel Wohnraum ein. In einem Familiencamper wäre der Schlafplatz zwar bequem, tagsüber bliebe aber deutlich weniger Platz zum Sitzen, Bewegen und Arbeiten.

Wir wollten keinen Camper bauen, in dem wir nur gut liegen können.

Gerade bei Regen oder an kühleren Abenden müssen wir uns auch zu dritt im Fahrzeug aufhalten können. Außerdem möchten wir unterwegs mit zwei Laptops arbeiten.

Deshalb haben wir unser Bett so geplant, dass die Liegefläche nachts ungefähr 140 × 200 Zentimeter groß ist und sich der Bereich tagsüber anders nutzen lässt.

Ein Teil der Liegefläche kann nach oben bewegt werden. Dadurch entstehen zwei gegenüberliegende Sitzmöglichkeiten mit einem Tisch in der Mitte.

Die genaue bewegliche Konstruktion zeigen wir nicht als vollständige Nachbauanleitung, weil die Lösung, an der wir uns orientiert haben, geschützt ist.

Den stabilen Holzkorpus, unsere Zuschnittliste und unsere Erfahrungen erklären wir ausführlich in unserem Beitrag Camper Bett selber bauen.

Du möchtest das Bett in Bewegung sehen? Dann schau dir unser Camperbett-Video auf YouTube an. Weitere Videos zu Pumbaa findest du in unserer Camper-Ausbau-Playlist.

Welche Matratze passt zu einem 2-m-Camperbett?

Bei der Matratze zählt nicht nur die Länge. Auch Höhe, Aufbau und Festigkeit müssen zum Bett und zu den Personen passen.

Da unsere Liegefläche tagsüber verändert wird, brauchen wir eine Matratze, die zu dieser Nutzung passt. Eine dicke, durchgehende Matratze wäre bei unserem Aufbau unpraktisch. Deshalb verwenden wir eine passende Klappmatratze.

Wichtig sind für uns:

  • ungefähr zwei Meter Gesamtlänge
  • eine passende Aufteilung für unsere Liegefläche
  • eine angenehme Festigkeit
  • ausreichende Höhe
  • ein abnehmbarer oder waschbarer Bezug
  • gute Belüftung
  • unkompliziertes Zusammenlegen

Wir würden keinen bestimmten Härtegrad nur aufgrund der Körpergröße empfehlen. Dabei spielen auch Körpergewicht, Schlafposition und das persönliche Liegegefühl eine Rolle.

Gerade bei größeren oder schwereren Personen sollte die Matratze nicht so weich sein, dass Hüfte oder Schultern bis auf die Unterkonstruktion durchsinken. Gleichzeitig muss sie zu den begrenzten Platzverhältnissen im Camper passen.

Wenn möglich, würden wir eine Matratze vor dem Kauf ausprobieren oder zumindest auf die Rückgabebedingungen achten.

Nicht nur liegen: Auch stehen, sitzen und arbeiten

Bei einem Camper-Ausbau für große Menschen dreht sich schnell alles um das Bett. Das ist verständlich, aber zu kurz gedacht.

Christian muss nicht nur bequem schlafen können. Er soll auch an der Sitzgruppe essen, am Laptop arbeiten und bei schlechtem Wetter einige Stunden im Camper verbringen können.

Deshalb solltest du bei der Planung mindestens vier Positionen ausprobieren:

  1. Liegen
  2. Sitzen
  3. Stehen
  4. Bewegen

Eine Konstruktion kann auf einer Zeichnung gut aussehen und sich im Alltag trotzdem eng anfühlen.

Wir haben unseren Grundriss deshalb im Fahrzeug mit Klebeband markiert und verschiedene Abstände direkt ausprobiert. Wie unser Grundriss für drei Personen entstanden ist, zeigen wir in unserem Beitrag über die Fiat-Ducato-Grundrissplanung für eine Familie.

Genug Beinfreiheit an der Sitzgruppe

Ein Punkt wird bei der Camperplanung besonders häufig unterschätzt: Große Menschen brauchen nicht nur eine ausreichend hohe Sitzfläche, sondern auch Platz vor der Sitzbank.

Wenn der Tisch zu nah steht, stoßen die Knie ständig an. Ist die gegenüberliegende Sitzbank ebenfalls zu nah, lassen sich die Beine kaum bewegen.

Das fällt bei fünf Minuten Probesitzen vielleicht noch nicht auf. Wenn du dort isst oder mehrere Stunden am Laptop arbeitest, wird es aber schnell unbequem.

Unsere Sitzgruppe entsteht im Bereich des Bettes. Tagsüber sitzen wir uns gegenüber und können einen Tisch zwischen den Sitzflächen nutzen.

Dabei achten wir besonders auf:

  • ausreichend Abstand zwischen den Sitzflächen
  • Platz für Christians lange Beine
  • eine passende Sitzhöhe
  • eine angenehme Sitztiefe
  • genügend Raum unter dem Tisch
  • eine Tischplatte oberhalb der Knie
  • eine möglichst aufrechte Sitzposition
  • einen bequemen Ein- und Ausstieg

Weil wir unterwegs auch mit zwei Laptops arbeiten möchten, reicht uns eine kleine Notsitzgruppe nicht. Wir brauchen einen Platz, an dem wir tatsächlich einige Stunden sitzen können.

Tischhöhe und Abstand richtig planen

Die Tischhöhe lässt sich nicht sinnvoll festlegen, ohne die fertige Sitzhöhe zu kennen. Dabei zählen nicht nur das Holzgestell und die geplante Polsterstärke.

Auch die Festigkeit der Polster macht einen Unterschied. Bei einem weichen Polster sinkst du tiefer ein und deine Sitzposition verändert sich.

Wir würden deshalb in dieser Reihenfolge planen:

  1. Höhe der fertigen Sitzfläche bestimmen
  2. geplante Polsterstärke einrechnen
  3. mit einem vergleichbaren Polster probesitzen
  4. Höhe der Knie kontrollieren
  5. Tischhöhe festlegen
  6. Platz unter der Tischplatte prüfen
  7. Abstand zwischen Tisch und Sitzfläche testen

Wenn mehrere Personen mit unterschiedlicher Körpergröße die Sitzgruppe nutzen, kann ein verschiebbarer oder abnehmbarer Tisch sinnvoll sein.

Welche Lösung sich bei uns langfristig bewährt, können wir erst nach unseren ersten längeren Reisen beurteilen.

Die passende Sitzhöhe für lange Beine

Bei langen Beinen darf eine Sitzbank nicht zu niedrig sein. Sonst stehen die Knie deutlich höher als die Hüfte und die Sitzposition wird auf Dauer unbequem.

Zu hoch darf die Sitzfläche ebenfalls nicht werden. Wenn die Füße nicht richtig auf dem Boden stehen, entsteht unangenehmer Druck an den Oberschenkeln.

Die passende Sitzhöhe lässt sich nicht pauschal festlegen. Sie hängt von deiner Beinlänge, der Polsterung und deiner bevorzugten Sitzposition ab.

Unser Tipp: Baue die geplante Sitzhöhe vorher provisorisch nach.

Dafür brauchst du noch keine fertige Sitzbank. Stabile Kisten, Holzreste oder ein einfacher Versuchsaufbau reichen aus.

Lege ein ähnlich dickes Polster darauf und bleib nicht nur zwei Minuten sitzen. Nimm einen Laptop mit oder iss dort eine Mahlzeit. Dann merkst du deutlich schneller, ob Höhe und Abstand wirklich passen.

Oberschränke: Kopffreiheit nicht vergessen

Oberschränke schaffen Stauraum, können für große Menschen aber schnell zum täglichen Ärgernis werden. Besonders kritisch sind sie über Sitzplätzen und in Bereichen, in denen du häufig aufstehst.

Wir möchten deshalb nicht jeden freien Zentimeter an der Decke mit Schränken füllen.

Bei der Planung achten wir darauf:

  • Wo steht Christian regelmäßig auf?
  • Wo befindet sich sein Kopf beim Sitzen?
  • Wie tief ragen die Schränke in den Raum?
  • Sind abgerundete Kanten sinnvoll?
  • Lassen sich häufig benötigte Dinge gut erreichen?
  • Bleibt der Innenraum offen genug?

Große Menschen erreichen hohe Fächer zwar leichter. Das bedeutet aber nicht, dass Schränke beliebig tief oder niedrig hängen sollten.

Gerade über der Sitzgruppe würden wir die Kopffreiheit immer direkt im Fahrzeug testen.

Küche für große Menschen planen

Auch die Arbeitshöhe der Küche sollte zu den Personen passen, die sie später benutzen. Eine sehr niedrige Arbeitsfläche führt dazu, dass du dich beim Schneiden, Spülen und Kochen ständig nach vorne beugen musst.

Bei uns kommt ein weiterer Punkt hinzu: Die Küche muss nicht nur zu Christian passen, sondern auch für Sylvia angenehm nutzbar sein.

Wir suchen deshalb keine Arbeitshöhe, die ausschließlich auf eine Person mit 1,98 Metern ausgelegt ist. Wir brauchen einen gemeinsamen Kompromiss.

Dabei spielen mehrere Dinge zusammen:

  • Höhe des Küchenblocks
  • Tiefe der Arbeitsfläche
  • Position von Kocher und Spüle
  • Platz für die Füße
  • Abstand zu Oberschränken
  • Bewegungsraum vor der Küche

Bevor wir die endgültige Höhe festlegen, testen wir diesen Bereich ebenfalls mit einem provisorischen Aufbau.

Stauraum trotz großem Bett

Ein zwei Meter langes Bett benötigt viel Fläche. Gleichzeitig entsteht darunter wertvoller Stauraum.

Unter unserem Bett planen wir Platz für Euroboxen und Campingausrüstung ein. Die Unterkonstruktion wurde deshalb nicht nur nach der benötigten Stabilität gebaut. Auch die Größe und Zugänglichkeit der Boxen spielte bei den Abständen der Querstreben eine Rolle.

Unter dem Bett können wir beispielsweise verstauen:

  • Werkzeug
  • Campingzubehör
  • Vorräte
  • Schuhe
  • Taschen
  • Kleidung
  • technische Ausrüstung

Wichtig ist uns, dass wir nicht jedes Mal die komplette Matratze entfernen müssen, um an häufig benötigte Dinge zu kommen.

Ein großes Bett ist deshalb nicht automatisch verlorener Raum. Wenn die Unterkonstruktion passend geplant wird, kann darunter ein großer Teil des benötigten Stauraums entstehen.

Camper-Ausbau für drei Personen

Unsere Planung richtet sich nicht nur nach Christians Körpergröße. Wir reisen zu dritt und brauchen zusätzlich einen eigenen Schlafplatz für Joschka.

Sein Bett soll ungefähr 80 × 170 Zentimeter groß werden und quer im hinteren Bereich liegen. Es soll sich nach oben bewegen lassen, wenn es tagsüber nicht benötigt wird.

Damit treffen bei unserem Grundriss mehrere Anforderungen aufeinander:

  • zwei Meter Liegelänge für Christian
  • ausreichend Platz für uns beide
  • eigener Schlafplatz für unser Kind
  • Sitzgruppe für drei Personen
  • Platz für zwei Laptops
  • Stauraum für längere Reisen
  • Küche
  • Trenntoilette

Genau deshalb haben wir uns für einen langen L5 entschieden. Nicht allein wegen Christians Körpergröße, sondern weil unser vollständiger Familiengrundriss diesen Platz benötigt.

Fahrerhaus und Drehkonsole bei 1,98 Metern

Auch das Fahrerhaus gehört zur Planung. Ein bequemes Bett hilft wenig, wenn du bereits beim Fahren eingeengt sitzt.

Christian achtet besonders auf:

  • ausreichend Abstand zum Lenkrad
  • eine passende Lehnenposition
  • genügend Platz für die Knie
  • freie Sicht auf Instrumente und Spiegel
  • Kopffreiheit
  • eine angenehme Position der Beine

Wenn du eine Drehkonsole einbauen möchtest, solltest du beachten, dass manche Konsolen den Sitz erhöhen. Für große Fahrer kann bereits ein kleiner zusätzlicher Aufbau einen Unterschied machen.

Wir planen deshalb eine Drehkonsole für den Fahrersitz zusammen mit einem niedrigeren Sitzkasten. Ob eine bestimmte Kombination zu dir und deinem Fahrzeug passt, solltest du immer selbst ausprobieren und die erforderlichen Unterlagen und Zulassungen prüfen.

Allgemeine Hinweise zum sicheren Camper-Ausbau und zur Wohnmobilzulassung findest du im Camper-Ausbau-Ratgeber des TÜV NORD.

Dusche und Bad: Brauchen große Menschen mehr Platz?

Eine feste Dusche benötigt nicht nur Grundfläche, sondern auch ausreichend Höhe und Bewegungsraum. Für einen fast zwei Meter großen Menschen kann eine kleine Nasszelle schnell unbequem werden.

Bei unserem Grundriss hat eine große feste Dusche allerdings keine Priorität. Der Platz ist uns für Bett, Sitzgruppe und Familienalltag wichtiger.

Das zeigt gut, warum es nicht den einen richtigen Camper-Grundriss gibt.

Wenn du täglich im Fahrzeug duschen möchtest, kann ein H3 für dich deutlich sinnvoller sein. Nutzt du meistens die Sanitäranlagen auf Campingplätzen oder eine andere Duschlösung, kannst du den Platz vielleicht besser für deinen Wohnbereich verwenden.

H2 oder H3 für zwei Meter große Menschen?

ThemaH2H3
Stehhöhebei zwei Metern Körpergröße eingeschränktdeutlich mehr Kopffreiheit
Fahrzeughöheniedrigerhöher
Seitenwindweniger zusätzliche Seitenflächegrößere seitliche Fläche
Parkenetwas weniger Einschränkungen durch die HöheHöhenbegrenzungen werden schneller zum Problem
Stauraum obenbegrenztermehr Platz für hohe Oberschränke
DuscheHöhe kann knapp werdenmehr Möglichkeiten
Unser Eindruckpassender Kompromiss für unssinnvoll, wenn Stehhöhe Priorität hat

Für uns passt der H2. Wenn vollständiges aufrechtes Stehen für dich unverzichtbar ist oder du sehr viel Zeit im Camper verbringst, würden wir aber ernsthaft über einen H3 nachdenken.

Unsere wichtigsten Tipps für große Menschen

1. Verlass dich nicht nur auf Fahrzeugmaße

Die Innenmaße des leeren Transporters sind nicht die Maße deines fertigen Campers. Dämmung, Verkleidung, Boden und Decke nehmen Platz weg.

2. Probeliegen gehört zur Planung

Markiere die Liegefläche oder baue sie provisorisch nach. Lege dich mit deinem Kopfkissen hin und prüfe, ob Kopf und Füße wirklich frei bleiben.

3. Teste die Sitzgruppe länger

Fünf Minuten Probesitzen reichen nicht. Nutze die geplante Position einmal für eine längere Mahlzeit oder zum Arbeiten am Laptop.

4. Plane nach deinen Körpermaßen

Passe Bett, Sitzhöhe und Tisch nicht blind an allgemeine Standardmaße an. Miss, was du tatsächlich benötigst.

5. Rechne den vollständigen Ausbau ein

Bodenaufbau, Decke, Wandverkleidung, Polster und Matratze verändern den verfügbaren Raum.

6. Entscheide bewusst, wo du Kompromisse eingehst

Wir akzeptieren im H2 weniger Stehhöhe. Beim Bett und bei der Beinfreiheit möchten wir dagegen möglichst wenig Kompromisse machen.

7. Lass Bewegungsflächen frei

Mehr Schränke bedeuten nicht automatisch einen besseren Camper. Gerade große Menschen profitieren von freien Bereichen, in denen sie sich drehen und aufstehen können.

8. Denk an deinen Reisealltag

Wenn du den ganzen Tag im Camper verbringen möchtest, bewertest du die Stehhöhe wahrscheinlich anders als wir. Wir möchten überwiegend draußen sein und nutzen den Camper vor allem zum Schlafen, Kochen und für gemeinsame Abende.

Einfache Praxistests vor dem Ausbau

BereichEinfacher Test
Bettlängemit Klebeband markieren, Kissen hinlegen und probeliegen
Stehhöhefertige Boden- und Deckenhöhe im Transporter anzeichnen
Sitzhöhemit Kisten, Holz und einem Polster nachbauen
Tischabstandprovisorische Platte auf der geplanten Höhe positionieren
KücheArbeitsfläche mit Kartons nachstellen
OberschränkeTiefe und Unterkante mit Karton markieren
DurchgangMöbelkanten mit Malerkrepp auf dem Boden abkleben

Für diese Tests brauchst du keine fertigen Möbel und keine komplizierte Planungssoftware. Ein Maßband, Kartons und Malerkrepp reichen für einen ersten Eindruck häufig aus.

Ausbau- und Campingzubehör findest du beispielsweise bei Fritz Berger*. Unsere verwendeten und vorgemerkten Produkte sammeln wir außerdem in unserem Amazon-Shop*.

Wir würden größere Produkte trotzdem erst bestellen, wenn die benötigten Maße wirklich feststehen.

Diese Beiträge helfen dir bei deinem Camper-Ausbau weiter

Wenn du Pumbaas Ausbau von Anfang an verfolgen möchtest, findest du hier unsere passenden Beiträge:

Unsere Erfahrungen sind noch nicht abgeschlossen

Unser Camper-Ausbau entsteht Schritt für Schritt. Einige Entscheidungen können wir schon jetzt gut beurteilen, andere zeigen sich erst nach mehreren Reisen.

Besonders bei der Sitzgruppe, der Tischhöhe und dem Arbeiten mit zwei Laptops möchten wir zunächst echte Erfahrungen sammeln.

Diesen Beitrag werden wir deshalb ergänzen, wenn Pumbaa vollständig ausgebaut ist und wir längere Zeit damit unterwegs waren.

Wir möchten dir nicht erzählen, dass eine Lösung gut funktioniert, bevor wir sie selbst ausreichend getestet haben.

Unser Fazit: Ein Camper für zwei Meter braucht einen passenden Grundriss

Mit knapp zwei Metern Körpergröße kannst du einen Camper genauso gemütlich und passend ausbauen wie jeder andere. Du musst deine Körpergröße aber von Anfang an in die Planung einbeziehen.

Christian ist genau genommen 1,98 Meter groß. Deshalb haben wir uns für ein zwei Meter langes Längsbett, ausreichend Beinfreiheit an der Sitzgruppe und einen möglichst offenen Grundriss entschieden.

Bei der Stehhöhe gehen wir bewusst einen Kompromiss ein. Unser Fiat Ducato L5H2 bietet nach dem Ausbau nicht genug Höhe, damit Christian überall vollständig aufrecht stehen kann. Das ist für ihn in Ordnung, weil wir den Großteil des Tages draußen verbringen möchten.

Wenn er sich zwischendurch gerade hinstellen möchte, kann er dafür den Bereich unter der geöffneten Dachluke nutzen.

Auch beim Boden haben wir nicht versucht, um jeden Preis den dünnsten Aufbau zu bauen. Die vorhandene Bodenplatte war noch in einem so guten Zustand, dass wir sie weiterverwendet haben. Das war für uns günstiger und sinnvoller, als brauchbares Material zu entsorgen.

Unser Ziel ist kein Camper mit möglichst vielen Möbeln oder maximalen Maßen. Wir möchten einen Camper, in dem wir zu dritt gut schlafen, sitzen, arbeiten und reisen können.

Häufige Fragen zum Camper-Ausbau für große Menschen

Welcher Camper eignet sich für zwei Meter große Menschen?

Das lässt sich nicht nur am Fahrzeugmodell festmachen. Entscheidend sind die nutzbare Innenhöhe, die mögliche Bettlänge und der geplante Grundriss. Wir bauen einen Fiat Ducato L5H2 für Christian mit 1,98 Metern aus.

Ist ein H2 bei zwei Metern Körpergröße hoch genug?

Für vollständiges aufrechtes Stehen ist ein ausgebauter H2 bei ungefähr zwei Metern Körpergröße meistens zu niedrig. Bodenaufbau und Deckenverkleidung reduzieren die Innenhöhe zusätzlich. Wir haben diesen Kompromiss bewusst akzeptiert.

Warum habt ihr keinen H3 genommen?

Unser Ducato ist als L5 bereits sehr lang. Wir wollten nicht zusätzlich das höchste Fahrzeug. Seitenwind, Höhenbegrenzungen und die gesamte Fahrzeuggröße waren für uns weitere Punkte. Da wir viel Zeit draußen verbringen möchten, können wir mit der eingeschränkten Stehhöhe leben.

Kann Christian sich im Camper aufrecht hinstellen?

Im normalen Innenraum kann er nach dem Ausbau nicht überall vollständig aufrecht stehen. Unter der geöffneten Dachluke hat er aber mehr Platz und kann sich dort zwischendurch gerade hinstellen.

Kann man im Fiat Ducato mit zwei Metern Körpergröße quer schlafen?

Das hängt vom konkreten Ausbau und deiner Schlafposition ab. Dämmung und Wandverkleidung reduzieren die nutzbare Innenbreite. Für Christian mit 1,98 Metern kam ein normales Querbett deshalb nicht infrage.

Wie lang sollte ein Camperbett für eine 1,98 Meter große Person sein?

Wir haben uns für ungefähr zwei Meter Liegelänge entschieden. Noch etwas mehr Platz wäre angenehm, ließ sich mit unserem Familiengrundriss aber nicht sinnvoll verbinden. Wichtig ist außerdem, dass Kopf- und Fußende nicht unnötig eingeschränkt werden.

Ist ein Längsbett für große Menschen besser?

Ein Längsbett lässt sich leichter mit zwei Metern oder mehr planen. Es benötigt allerdings viel Wohnraum. Unsere Liegefläche kann deshalb tagsüber teilweise anders genutzt werden und wird zur gegenüberliegenden Sitzgruppe.

Welche Matratze eignet sich für große Menschen im Camper?

Das hängt neben der Körpergröße auch vom Gewicht und der Schlafposition ab. Die Matratze sollte lang genug sein und nicht so stark nachgeben, dass du die Unterkonstruktion spürst. Bei einem veränderbaren Bett kann eine passend aufgeteilte Klappmatratze sinnvoll sein.

Wie plant man genügend Beinfreiheit an der Sitzbank?

Baue Sitzhöhe, Polster und Tisch provisorisch nach. Prüfe nicht nur die Kniehöhe, sondern auch den Abstand zur gegenüberliegenden Sitzfläche und den freien Raum unter der Tischplatte.

Kann man in einem Camper als große Person bequem arbeiten?

Ja, wenn Sitzhöhe, Tischabstand und Beinfreiheit gemeinsam geplant werden. Wir richten unsere Sitzgruppe so aus, dass wir dort auch mit zwei Laptops arbeiten können.

Brauchen große Menschen automatisch den längsten Camper?

Nein. Die Fahrzeuglänge sollte zu allen Anforderungen passen. Wir haben einen L5 gewählt, weil wir zu dritt reisen und mehrere Schlafplätze benötigen – nicht nur, weil Christian groß ist.

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